Wiederfindung von Camellia japonica ‘Queen Victoria’ 1839

 

Camellia japonica ‘Albertii’

Mit Camellia japonica ‘Albertii’ konnte am 18. Februar 2026 eine weitere historische Sorte in die private Gothaer Kameliensammlung aufgenommen werden. Die Varietät, deren Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert reichen, ist für ihre zartrosa, porzellanartigen Blüten und ihren ruhigen, kultivierten Wuchs bekannt.

 

Die Geschichte zweier königlicher Kamelien

Queen Victoria & Prinz Albert – ein botanischer Kreis schließt sich

1870 erscheint die Camellie Camellia japonica ‘Queen Victoria’ zum letzten Mal im Inventar der Orangerie Gotha. Danach verliert sich ihre Spur in Thüringen – ein stilles Echo aus einer vergangenen Epoche.

Eine feine historische Verbindung begleitet diesen letzten Eintrag:  

Prinz Albert, der Gemahl der britischen Königin Victoria, entstammte dem Haus Sachsen‑Coburg und Gotha.  

Dass die nach seiner Frau benannte Camellie gerade hier, in Gotha, bis 1870 dokumentiert ist, wirkt wie ein leiser Kreis, der sich schließt.

Während die Sorte in Europa verschwand, scheint sie auf der anderen Seite der Welt überlebt zu haben – in den alten Kamelienhainen der Region Bodalla in Australien. Dort stehen noch heute Bäume, die möglicherweise auf Pflanzungen des 19. Jahrhunderts zurückgehen.

Gleichzeitig kehrt eine andere historische Sorte, Camellia japonica ‘Prinz Albert’, durch die Hände von Herrn Riedel aus Pirna‑Zuschendorf wieder nach Gotha zurück.

So verweben sich die Wege zweier königlicher Kamelien über Kontinente und Jahrhunderte hinweg – ein stilles botanisches Band zwischen Vergangenheit und Gegenwart. 

Prince Albert = Albertii

Ursprünglich stammt diese päonienförmige Sorte aus China und wurde durch Alfred Chand-ler/Vauxhall eingeführt. Sie blühte zuerst 1839. Der Name wurde 1840 gewählt zu Ehren von Prinz Franz August Carl von Sachsen-Coburg und Gotha, Herzog zu Sachsen, genannt Albert (*1819-t1861), Cousin und Ehemann von Königin Victoria von Großbritannien (*1819-t1901).

Das Ehepaar heiratete am 10. Februar 1840. Dieser Ehe entstammten neun Kinder.

Erst 1857 wurde der Prinz auch Prinzgemahl genannt (nach 17 Jahre Ehe).

Die Kamelie 'Prince Albert' wurde im Jahr 1841 von Van Houtte veröffentlicht.

Der Name 'Albertii', der von seinem Besitzer gegeben wurde, hat Priorität.

 

Albertii-die erste Blüte

Mit dem heutigen Morgen am 15. März 2026 hat sich in Gotha ein seltenes Kapitel der Kamelliengeschichte geöffnet: Die Albertii, auch bekannt als *Prinz Albert, ist erstmals in meinem Bestand erblüht. Die zarte, vielschichtige Blute in klarem Rosé erhebt sich wie ein Gruß aus einer vergangenen Epoche - elegant, ruhig und voller Anmut. Diese historische Sorte, deren Wurzeln bis in das 19. Jahrhundert reichen, galt lange als verschollen oder nur in wenigen Garten Europas erhalten. Umso bewegender ist es, sie nun hier, im Herzen Thüringens, wieder lebendig zu sehen. Die feinen, dicht geschichteten Petalen erinnern an die klassische Ästhetik der viktorianischen Zeit, während ihr frisches Leuchten den Frühling im Gewächshaus ankündigt. Die erste Blüte der Albertii ist mehr als ein botanisches Ereignis - sie ist ein Moment des Wiederfindens, ein stilles Aufblühen von Geschichte, das sich nun in Gotha in meinem Gewächshaus fortschreibt. Der Botanische Garten Berlin hatte früher ein Exemplar im Bestand, hat aber leider nicht auf meine Anfrage reagiert. Auch in Stuttgart war eine Pflanze vorhanden, die inzwischen nicht mehr in der Ausstellung zu sehen ist. In der Orangerie Gotha gab es eine Albertii, die ist aber vor ein paar Jahren eingegangen

Kernaussagen der Nachricht aus Australien vom 08. Februar 2026 Stephen Utick

1. Vermehrung der ‘Queen Victoria’ hat begonnen

  • Camellia Ark Australia hat die Vermehrung offiziell gestartet.
  • Die Stecklinge werden bei Rhodoglen Nurseries (Melbourne, VIC) geschnitten.
  • Zeitpunkt: sobald der Neuaustrieb ausgereift ist – voraussichtlich März.
  • Bewurzelungszeit: 3–4 Monate, eventuell etwas länger für kräftigere Wurzeln.
  • Ziel: bis Ende Mai etwa 30 bewurzelte Stecklinge.

2. Export & Phytosanitäre Anforderungen

  • Der komplizierteste Teil ist die Exportfreigabe und die Erfüllung der deutschen Importvorschriften.
  • Andrew Raper nimmt erste Kontakte mit dem australischen Landwirtschaftsministerium auf.
  • Parallel soll Anke die deutschen Behörden konsultieren, um die Anforderungen für:
    • 30 bewurzelte Stecklinge von Camellia japonica
    • inklusive Substrat/Medium  zu klären.

3. Rolle von ICS und eure Beteiligung

  • Hauptzweck der Sendung: Re-Introduction der Sorte durch die ICS.
  • Eure Pflanzen werden mit in die Lieferung integriert.
  • Anke fungiert als offizielle Importkontaktperson, um Doppelarbeit und Verwirrung zu vermeiden.
  • Stephen bittet dich, die weitere Abstimmung direkt mit Anke zu führen.